Rede anlässlich der Weihnachtsfeier für Menschen mit besonderen Bedürfnissen in der Wiener Hofburg

Sehr geehrte Damen und Herren!

Es ist für mich und meine Frau Margit eine große und aufrichtige Freude, Sie alle heute hier begrüßen zu können.

Viele von Ihnen sind zum ersten Mal hier und ich freue mich sehr, dass Sie die Einladung in die Hofburg angenommen haben. Der „Zeremoniensaal“ der Wiener Hofburg ist ja in besonderer Weise geeignet, festliche Stunden auch als solche auszurichten und wahrzunehmen.

Wir sind heute zu einer vorweihnachtlichen Feierstunde zusammengekommen. Aber es ist auch eine Feierstunde mit Signal- und Symbolwirkung, die weit über diese Räumlichkeiten Bedeutung haben soll und hat.

Lassen Sie mich das kurz erläutern:

Seit meinen Amtsantritt 2004 habe ich viele Gelegenheiten gehabt, mit Menschen mit besonderen Bedürfnissen zusammenzukommen und mich mit ihnen auszutauschen, ihre Probleme kennen zu lernen, mich über ihre Erfolge zu freuen.
Warum rufe ich gerade dies alles noch einmal in Erinnerung?

Ich beziehe mich auf diese Erlebnisse deswegen so intensiv, weil sie uns etwas ganz Wesentliches zeigen:

Erfolge sind im Grunde immer das Ergebnis von Fleiß, Ausdauer und Zusammenarbeit. Natürlich ist im Wettbewerb - so wie im Leben überhaupt - jeder/jede im entscheidenden Moment auf sich allein gestellt. Aber immer stehen dahinter auch andere Menschen: Familienangehörige, Freunde, Betreuer, Trainer, Begleiter, Organisatoren, freiwillige Helferinnen und Helfer, denen ebenfalls Dank und Anerkennung gebührt.

Und es ist genau dieses solidarische Miteinander, das mich fasziniert und beeindruckt. Denn es war mir immer ein persönlich und politisch wichtiges Anliegen, Benachteiligungen auszugleichen bzw. zugunsten einer Solidargesellschaft zu beseitigen. Und ich werde - ausgehend von der in Österreich verfassungsmäßig gesicherten Grundlage - die Gleichbehandlung der Menschen mit besonderen Bedürfnissen auch weiterhin als eine der zentralen Aufgaben unserer Arbeit in Österreich betrachten.


Meine Damen und Herren!

Unsere Verfassung bestimmt, dass niemand aufgrund einer Behinderung benachteiligt werden darf. Natürlich bedeutet das, dass diese rechtsstaatliche Forderung auch ihre Erfüllung durch den österreichischen Sozialstaat finden muss.

Dazu gehört auch das Behindertengleichstellungsgesetz, das am 1. Jänner 2006 in Kraft getreten ist und – wie mir berichtet wurde – auch bereits erste positive Auswirkungen zeigt.

Auch die Harmonisierung der österreichischen Bauordnungen – Stichwort Barrierefreiheit - im Jahr 2007 war ein wichtiger Schritt, und es gebe noch einiges aufzuzählen, was in diesem Zusammenhang gelungen ist. Aber – und das will ich nicht verschweigen – das Ende der Strasse ist noch lange nicht erreicht. Es muss noch viel geschehen. Aber man kann nicht oft genug jenen Menschen Danke sagen, die sich darum bemühen.


Meine Damen und Herren!

Bei der heutigen Feier sollen aber nicht nur Reden im festlichen Rahmen gehalten werden. Es freut mich vielmehr, dass zwei herausragende Menschen gekommen sind, um diesen Abend auch künstlerisch zu begleiten.

Es ist dies Alfons Haider, den ich gar nicht vorstellen muss, weil er Ihnen allen bekannt ist.

Der andere Künstler heißt Ronny Pfennigbauer und ist 27 Jahre jung. Er hat es geschafft, nicht nur schon in der Schule wegen seiner musikalischen Qualitäten aufzufallen, sondern auch einem größeren Publikum und der Jury im Rahmen eines Wettbewerbs. Ronny Pfennigbauer wurde zum Sieger der „Starmania for Handicapped People“ gekürt. Ich freue mich, dass auch er heute Abend singen wird.

So wünsche ich Ihnen allen, Ihren Familien und Freunden einen schönen Weihnachtsabend und geruhsame Feiertage!










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