Bundespräsident vereidigte Olympia-Team per Handschlag, 1. 2. 2010
Heinz Fischer: "Sie werden ihr Bestes geben" - 81-köpfiges Team nach Kanada
entlassen - Farewellfeier und Anti-Doping-Schulung
Wien - Österreichs Olympiateilnehmer haben ihren
Termin-Marathon in Wien absolviert und sind Montagmittag vom Bundespräsidenten
höchstpersönlichen zu den Winterspielen nach Kanada entlassen worden. Nach
Einkleidung, Farewell-Feier und Anti-Doping-Schulung folgte in der Hofburg per
Handschlag die Vereidigung durch Heinz Fischer, den olympischen Eid hatte zuvor
Karl Stoss, der Präsident des Österreichischen Olympischen Komitees (ÖOC),
gesprochen.
Auf dem traditionellen Gruppenbild vor der offiziellen Verabschiedung fehlten
einige der 81 nominierten Sportler, so unter anderem die Skispringer, die in
dieser Woche noch an Weltcup-Bewerben teilnehmen. Bei eisigem Wind freuten sich
Reinfried Herbst, Marlies Schild, Benjamin Karl und Co. über ihre wärmende
Festkleidung, im Zeremoniensaal kamen sie ob des dicken Stoffs dann allerdings
ins Schwitzen. Am meisten der erkrankte Snowboard-Weltmeister Karl, der wegen
Übelkeit die Reden von Fischer, Stoss und Sportminister Norbert Darabos an eine
Säule gelehnt und mit einem Glas Wasser in der Hand mitverfolgte.
Bundespräsident Fischer hat am Sonntagabend in Wien dem neuen
Handball-Europameister Frankreich den Siegesteller überreicht ("Mein Anzug ist
noch nass vom Champagner, den die Franzosen verspritzt haben") und war tags
darauf ganz angetan von der dort herrschenden euphorischen Stimmung. "Ich habe
erlebt, wie sich Sportler über großartige Erfolge freuen", sagte er an
Österreichs Olympiateam gerichtet, und wünschte jedem einzelnen in Kanada
ebensolche Glücksgefühle. Doch auch wenn es nicht zu Medaillen reichen sollte,
dann sollten sie nicht verzagen, oder an sich zweifeln. "Sie werden ihr Bestes
geben", ist Fischer überzeugt.
Der Bundespräsident machte auch deutlich, dass die Athleten mit der
Qualifikation für die Spiele schon viel erreicht hätten, als Olympiateilnehmer
vereidigt zu werden, das falle einem nicht in den Schoß. Und was sie jetzt noch
alles erwarten könnte, sprach er ebenfalls an: "Eine Medaille ist ein Erlebnis,
ein Erfolg, der sie das ganze Leben begleiten wird."
Die eröffnenden Worte hatte der neue ÖOC-Präsident Stoss gehalten, der hofft,
dass seine Schützlinge gesund und möglichst schwer zurückkommen, von den
Medaillen, die sie im Gepäck tragen werden. "In der Heimat werden die Augen und
Ohren auf sie gerichtet sein. Wir vertrauen ihnen zu hundert Prozent, dass sie
als ausgezeichnete Botschafter Österreich vertreten werden." Darabos hob die
Vorbildwirkung der Aktiven hervor und erwähnte die guten Rahmenbedingungen für
Spitzensportler.
Ein Großteil der Sportler hatte Sonntagabend auch an der Farewell-Feier im
Studio 44 der österreichischen Lotterien teilgenommen. Fahnenträger Andreas
Linger, der 2006 mit Bruder Wolfgang Gold im Doppelsitzer-Rodelbewerb gewonnen
hatte, war einer der zahlreichen Sportler, die zum Interview auf die Bühne
gebeten worden waren. Er bedauert, dass er diese Ehre nicht mit seinem Partner
teilen darf. "Schade, aber anscheinend ist sie nicht so schwer, die Fahne."
Minister Darabos kam sowohl auf der Farewell-Feier, als auch bei der
Angelobung auf das Thema Doping zu sprechen und zu dem Schluss: "Österreich ist
sauber." Zum Frühstück am Montag hatte es verpflichtend für alle (der in Wien
anwesenden) Olympiateilnehmer eine Schulung durch die Nationale Anti Doping
Agentur gegeben. "Das ist nur ein Update, sie wissen in der Zwischenzeit schon
mehr als genug", hatte dazu Anti-Doping Experte Hans Holdhaus, vom ÖOC zum Chef
de Mission für Vancouver ernannt, gesagt.
beg/sg
Quelle: APA
Die Fotos zur Verabschiedung der Olympiateilnehmer finden Sie hier.
© 2010 The Federal President of the Republic of Austria : imprint : legal notes : contact



